Dienstag, 22. Dezember 2009

Operation Pudel 2001


Da sich dieses Jahr so langsam aber sicher dem Ende neigt und ein neues langweiliges Jahrzehnt vor uns steht, ist es an der Zeit, so finde ich, auf die kapitalistische Version von Fortschritt zu scheißen und einen Blick in die Vergangenheit zu wagen.
sozusagen als Vorsatz für eine neue kulturelle Konsumperiode habe ich beschlossen, dass ich 1. jegliche Art von Zeitschriften ignoriere, die sich als lehrer gegenüber dem Rezipienten aufspielen und allein durch ihre Artikelauswahl schon die Meinung der Leser manipulieren. 2. Die Zukunft bringt absolut nichts neues mehr, anstatt sich von irgendwelchen Medien aufschwatzen zu lassen, was fresh, was neu, was fortschritt ist, sollte man vielmehr zurück in die fruchtbareren Abschnitte der Popgeschichte zurückkehren und ihren Geist verstehen, damit man sich selbst an der Kunstruktion einer Zukunft beteiligen kann und nicht immer alles für bare Münze nehmen, was uns die großen Herrschaften von Verlagen, TV und auch bestimmten internetseiten weiß machen wollen
3. Ablehnung von Mp3's als Hauptressource beim Musikkonsum. Die haltbarkeit von mp3s ist zwar in technischer Hinsicht fast unbegrenzt, jedoch fehlt diesem virtuellen Gut die direkte Verbindung zum Geist.
Mp3 files taugen nicht als Speicherbewusstsein für Gefühle oder Errinerungen, weil es für ein paar Schriftzeichen ein Schwieriges ist die Mannigfaltigkeit von Informationen wieder zu geben, die man z.B mit London Calling von the clash verbindet. Klar, bringt Musik an sich schon viel an Assoziationskraft mit, um verschiedene Stimmungen im Verstand zu bilden oder wiederzubeleben. Nur leider sind mp3's nicht unbedingter Bestandteil der menschlichen Natur. Das heißt, der mensch kann Elemente der natur (alles, was man sieht) sich zu eigen machen, sie verarbeiten und zu etwas neues schaffen, wodurch sich sein Geist in der Welt der Objekte vergegenständlicht. (Bestes Beispiel: Ein Holzfäller fällt eben Bäume und baut sich aus diesen ein haus, so ist sein Geist in der Wirklichkeit existent). Der Erwerb von Platten z.B ist nichts anderes als die Aneignung der Natur durch das Individuum. Man kauft platten und projiziert in diese unpersönlichen Objekte die Eindrücke, Gedanken, Vorstellungen, die man z.B beim Musikhören erlangt.
Stimmungen, Meinungen, Vorstellungen werden dadurch in der Welt verwirklicht(so ähnlich wie beim Hausbau vom Holzfäller). Sie sind auf einmal realität in form von hartplastik und können ganz schnell abgerufen werden, indem man einfach seine schönen mechanischen plattenteller anwirft. Mit Abstrichen gehtt es zwar bei mp3's auch. Sie sind aber eben nicht direkter bestandteil der objekt-welt, sondern Teil des universums der Computersoftware. Von der Existenz der files wissen wir nur von der jeweiligen software. Wenn sich z.B in diesem Software- universum etwas verschiebt, kann es sein, dass unsere geliebten Songs auf einmal ganz anders erklingen oder einfach gelöscht werden und dann sind plötzlich die ganzen Empfindungen weg, die man in seine musiksammlung gelegt hat.
abschließend ist festzuhalten, dass man nicht zu viel seiner Gedankenkraft in diese internet-software-pc-welt legen sollte, weil man einfach von zu vielen sachen abhängig ist, das ist jedenfalls meine bescheidene Meinung
Mmh, ich bin ein bisschen abgeschweift, eigentlich wollte ich was zur operation pudel compilation was sagen. Naja, vll später.

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